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Stiftung Jakob Briner

Sammlung

Der Winterthurer Zollbeamte Jakob Briner (1882 - 1967) hinterliess seiner Heimatstadt eine Sammlung von Gemälden alter Meister mit einem besonderen Schwerpunkt auf der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Den Auftakt bilden einzelne Werke der Renaissance mit Lucas Cranach d.Ä. und dem in Brügge um 1520 tätigen Meister des Heiligen Blutes. Christian Seybold, Anton Graff sowie die Malerinnen Giulia Lama und Angelika Kauffmann stehen für ein aufgeklärtes, europäisches Menschenbild, das heute noch berührt. Im Zentrum steht aber ganz die niederländische Barockmalerei. Von Peter Paul Rubens wird eine Studie nach einer antiken Kamee gezeigt, während die flämische Landschaftsmalerei u.a. mit Marten Ryckaert und Bonaventura Peeters vertreten ist. Das Goldene Zeitalter Hollands wird mit allen wichtigen Gattungen vorgestellt: Historiengemälde von Pieter Lastman, Porträts von Ferdinand Bol, Landschaften von Jacob van Ruisdael, Jan van Goyen, Allart van Everdingen und Jan Both, Marinebilder von Willem van de Velde d.J. und Ludolf Backhuyzen, Architekturdarstellungen von Emanuel de Witte und Hendrick van Vliet, Genreszenen von Adriaen van Ostade, Willem Cornelisz Duyster, Hendrick Sorgh und Pieter de Hooch sowie Stilleben von Pieter Claesz und Abraham van Beyeren sind nur einige Beispiele der breit gefächerten Bestände dieser Museumssammlung, die immer noch wächst.

Schenkung Emil S. Kern

Die Welt der Bildnisminiatur
Meisterwerke aus der Sammlung Emil S. Kern

16. Mai 2008 bis 19. April 2009

Anhand von Beispielen aus der Schenkung Emil S. Kern wird die Geschichte der Bildnisminiatur von der Renaissance bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts mit Meisterwerken aus ganz Europa aufgezeigt.

David Boudon (1748 -nach 1816)
Frau mit Spitzenhaube, 1784
Silberstift und Aquarell auf präpariertem Karton, oval,
83 x 87mm
François Dumont (1751 - 1831)
Junger Mann in blauer Jacke und weisser Weste, 1803
Aquarell und Gouache auf Elfenbein,
oval, 36 x 30mm

Gleichzeitig wird das neue Buch "Die Welt der Bildnisminiatur" von Dr. Bodo Hofstetter vorgestellt. Der Autor, der für Museen in Europa und den USA arbeitet, gilt als eine der führenden Autoritäten auf diesem Fachgebiet. Alle grundsätzlichen Aspekte der Kunstgattung - von der Erteilung des Auftrags über das Modellsitzen und die unterschiedlichste Kundschaft bis zu den Miniaturensammlern - werden behandelt. Die Entwicklung dieser Kunst ist mit zahlreichen Werken aus dem Museum Briner und Kern reich illustriert, so dass die Lesenden in die Komplexität der Materie subtil eingeführt werden. Im Bildteil folgt eine kommentierte Auswahl der bekanntesten Miniaturen dieser einzigartigen Sammlung. Wie diese nach Winterthur kam, hat Dr. Peter Wegmann beschrieben. Auch Dr. Emil S. Kern hat einen einleitenden Text beigesteuert. Ermöglicht wurde das Buch durch einen substantiellen Beitrag des Lotteriefonds des Kantons Zürich an den "Verein Miniaturensammlung E.S. Kern" und dank der Unterstützung durch die Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung. Die begleitende Ausstellung zeigt alle in der neuen Publikation enthaltenen Werke. Dies ermöglicht den Besuchenden, die Texte direkt mit den Originalen zu vergleichen und so einen vertieften Einblick in die vielfältigsten Aspekte dieser Kunst zu gewinnen.


 

 

 

Jean-Baptiste Weyler (1747-1791)
Zar Peter der Grosse von Russland (1672-1725), Email auf Kupfer, oval,
59 x 50 mm

Als Besonderheit werden in der Ausstellung noch Alben mit Schmetterlings-Aquarellen von Johann Rudolf Schellenberg gezeigt. Insgesamt wurden der Stadt Winterthur von Margret Hoz in Kilchberg sieben Alben mit über 1'000 eingeklebten Aquarellen geschenkt. Der bekannte Winterthurer Künstler hat sie zwischen etwa 1760 und 1790 mit grösster Präzision wissenschaftlich exakt gemalt. Mit solchen auch künstlerisch hervorragenden Werken wurde der Maler zumal in Deutschland so bekannt, dass sogar Johann Wolfgang von Goethe ihn auf einer seiner Schweizerreisen besucht hat. Ihr kleines Format, die technische Präzision sowie die Feinheit der Malweise verbinden sie durchaus mit den Miniaturen, die oft aus der gleichen Epoche stammen. Die ausgestellten Blätter werden von Zeit zu Zeit ausgewechselt.

Rudolf Schellenberger, Schmetterlinge, Raupen, Puppen und Eyer nach der Natur gemalt, Band 2 Sphinges & Bombyces, Gattung: Saturnia Pyri

Für weiteres Informationsmaterial wenden Sie sich bitte direkt an:
Peter Wegmann, Museum Briner und Kern, Winterthur
brinerundkern@win.ch