HOLLAND: 17. JH. | BAROCK: 17. UND 18. JH. | RENAISSANCE |
KÜNSTLER/BILDER | STIFTUNG JAKOB BRINER

Jakob Briner (1882 - 1967)

Der Zollbeamte Jakob Briner, geboren im Haus Zur Lerche am Obertor in Winterthur, hinterliess seiner Heimatstadt eine Sammlung von Gemälden alter Meister mit einem besonderen Schwerpunkt auf der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Jakob Briner war nicht einer, der sich leicht einordnen liesse in jene illustre Reihe von Schweizer Sammlerpersönlichkeiten, auf deren mäzenatischer Grossmut der heutige Glanz und Reichtum vieler Museen gründet. Nicht die bekannten Namen, die Prestige verbürgen und Kennertum bekunden, standen im Brennpunkt seiner Interessen, zumal er sich diese schon gar nicht leisten konnte. Die Triebfeder seines Tuns scheint die Lust am Aufspüren gewesen zu sein. Er suchte den Besitz von aussergewöhnlichen - nicht einfach nur kostbaren - Objekten. Er sammelte Dinge, die irgendwie faszinierend sind, die Geschichten erzählen können, die ein Erinnerungspotential aufweisen. Sein Bruder Alfred schrieb nach Jakobs Tod: "In den Ferien wälzte er sich in allen europäischen Museen herum und dabei kam er zur Erkenntnis, dass die Schweiz eigentlich arm an schönen Gemäldegalerien mit antiken Objekten sei, was ihn dann eben auf den Gedanken brachte, selbst dafür zu sorgen, dass z. B. eine Sammlung alter holländischer und flämischer Kleinmeister zusammen gebracht und später in Form einer Stiftung auf seinen Namen an seine Vaterstadt Winterthur vermacht werden könnte."

Seine Kenntnisse erwarb sich Jakob Briner nach und nach, indem er sich in Fachliteratur vertiefte sowie Museen und Auktionen im In- und Ausland besuchte. Seine beschränkten Mittel zwangen ihn, sich vorerst auf Gebiete zu verlegen, für die bis anhin noch kaum Nachfrage bestand. Die ersten Erwerbungen stammen aus dem Jahre 1916. Seit Mitte der dreissiger Jahre konzentrierte er sich dann zunehmend auf Gemälde und Bildnisminiaturen. Es war wohl der Basler Hans Schneider-Christ, langjähriger Direktor des Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie in Den Haag, der Briner vermehrt zur niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts hinführte. Langsam hat er sich in dieses Gebiet eingearbeitet und sein Qualitätsgefühl geschult.

Jakob Briner, der ohne Nachkommen blieb, begann sich schon früh, Gedanken über die Zukunft seiner Sammlung zu machen. Der Wunsch, sie als Legat für die Öffentlichkeit zu bestimmen, liess ihn seit den frühen fünfziger Jahren nach einer Lösung zur dauernden Präsentation der Sammlung suchen. Nach langem Hin und Her gelang es - Briner hatte vor seinem Tod davon noch Kenntnis erhalten - im eben renovierten Rathaus Platz für die Stiftung zu schaffen, wo das Museum dann 1970 eröffnet wurde.